STEYR. Der Familienesstisch – für so manche Eltern ist er ein täglicher Machtkampf. Ginge es nach dem Nachwuchs, würden stets nur Pizza, Pasta oder Kuchen auf dem Speiseplan stehen – wenn möglich schon zum Frühstück und mit reichlich Ketchup oder Zucker ...

Viele Eltern verzweifeln am Versuch dem Kind gesunde und nahrhafte Essensvariationen schmackhaft zu machen. Um den Spross überhaupt zum Essen zu bewegen wird häufig klein beigegeben. Der Wochenspeiseplan wird immer eintöniger. Romana Führling, Diätologin am LKH Steyr, gibt Tipps, wie Eltern ihre Kinder für Neues am Esstisch motivieren können. Kinder lieben Süßes und ziehen viel zu oft Deftiges einer ausgewogenen Ernährung vor. „Diese Vorliebe ist ganz normal, denn wir sind bereits von Geburt an auf einen süßen Geschmack geprägt“, so die Expertin, „umso wichtiger ist es, dem Kind schon früh neue und vor allem unterschiedliche Geschmacksrichtungen anzubieten.“

Dabei sollten sich Eltern nicht gleich entmutigen lassen, wenn der Nachwuchs erstmal alles gesunde mit angewidertem Gesicht ablehnt. Oft müssen Kinder neue Lebensmittel zehn- bis 16 mal probieren, bevor wirklich klar ist, ob diese Speisen nicht vielleicht doch akzeptiert werden. „Bieten Sie neue Lebensmittel immer wieder, ganz zwanglos in unterschiedlicher Variation und Konsistenz an und vermeiden Sie dabei übermäßiges Nachwürzen oder Süßen, um Ihr Kind zu überzeugen“, rät Romana Führling. Kinder essen das, was ihnen vertraut ist.

Besonders wichtig in Bezug auf einen vielseitigen Speiseplan ist zudem, dass sich Eltern ihrer Vorbildwirkung bewusst sind. Kinder orientieren sich sehr stark an dem, was sie sehen. Deshalb ist es wichtig, dass die Eltern regelmäßig jene Nahrungsmittel am Familientisch zu sich nehmen, die auch die Kinder verzehren sollen. „Schaffen Sie bestimmte Essensrituale, wie beispielsweise Salat zu den Mahlzeiten und machen Sie sich bewusst, dass verbotene Lebensmittel, auf die Sie selbst nur sehr ungern verzichten, auf Ihr Kind einen enormen Reiz ausüben.“ Genussvolles Essen benötigt Zeit Um die ständige Streiterei am Familienesstisch zu umgehen, ist es sinnvoll, bestimmten Mahlzeiten mit genügend Zeit und einer betont angenehmen Atmosphäre zu begegnen. „Essen sollte etwas Genussvolles sein und benötigt oft etwas Geduld, ist sich die Diätologin sicher, „nehmen Sie beispielsweise regelmäßig gemeinsam mit Ihren Kindern das Frühstück ein.“ Wenn der Nachwuchs morgens einfach überhaupt nichts essen will, können Eltern darauf achten, dass es zumindest Tee, Milch, verdünnte Fruchtsäfte oder ungesüßter Kakao getrunken wird. Wird morgens nichts gegessen, können Eltern einen Ausgleich mit ausgewogenen Zwischenmahlzeiten schaffen.

Kinder mögen es bunt und mundgerecht. Deshalb eignen sich für die Kindergarten- oder Schulpause beispielsweise Brote mit fettarmer Wurst, Aufstriche oder Käse und buntes, kleingeschnittenes Gemüse. „Auch Obstspieße oder leckere Obstsalate, mit Joghurt verfeinert, wirken auf die Kinder ansprechender als beispielsweise ein ganzer Apfel, der im Schulranzen auf sie wartet“, so die Expertin. Wenn Gemüse oder Obst beim Nachwuchs trotzdem nicht gern gesehen ist, können Eltern beides durchaus einmal in anderen Gerichten verstecken. „Pürieren Sie beispielsweise verschiedenes Gemüse und mengen Sie es Saucen, Suppen oder Speisen bei, die Ihr Kind grundsätzlich gerne isst“, rät Romana Führling. 

Rückfragen bitte an: Christine Dörfel, MSc, PR & Kommunikation Landes-Krankenhaus Steyr Tel.: 050 55466-22250, Mobil: 0664 51 42 33 9 E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

 

Diätologinnenteam am LKH-Steyr:

 

Romana Führling: