STEYR. Schilddrüsen-Erkrankungen, vor allem der „Kropf“, sind in Österreich wegen des Jodmangels sehr häufig. Man geht davon aus, dass bei jedem dritten ...

... Erwachsenen die Schilddrüse nicht richtig arbeitet. Durch die Jodierung des Kochsalzes hat sich die Situation zwar verbessert, dennoch gelten diese Beschwerden immer noch als Volkskrankheit. Das LKH Steyr hat sich der umfassenden Behandlung dieser Probleme verschrieben und kann zu Recht als Schilddrüsenzentrum bezeichnet werden.

Die gute Nachricht vorneweg: 98 % aller knotenartigen Veränderungen an der Schilddrüse sind gutartig. Dennoch können Erkrankungen dieses Organs die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Da die Schilddrüse den gesamten Stoffwechsel vom Herz-Kreislauf-System über die Verdauung bis zur Psyche regelt, können die Beschwerden und Auswirkungen vielfältig sein. Die Überfunktion äußert sich beispielsweise in Form von Gewichtsverlust, innerer Unruhe oder Schlafstörungen – die Unterfunktion hingegen mit einer Gewichtszunahme, Haarausfall, Antriebslosigkeit bzw. depressiven Verstimmungen.

Beim Kropf kann die Schilddrüse durch Jodmangel nicht genug Hormon produzieren und versucht durch Vergrößerung des Volumens die Produktivität zu steigern. Eine weitere Fehlfunktion ist, dass sich sogenannte „heiße“ oder „kalte“ Knoten bilden. Als kalte Knoten bezeichnet man Schilddrüsenbereiche, die nur noch wenige oder gar keine Hormone mehr bilden. Heiße Knoten sind dagegen Areale, die aktiver als andere Bereiche der Schilddrüse sind und mehr Hormone produzieren.

Kompetentes Schilddrüsenzentrum im Krankenhaus Steyr
Bei all diesen Erkrankungen ist das LKH Steyr kompetente Anlaufstelle. „Besonders wichtig ist bei Operationen das One-Stop-Prinzip.Das bedeutet, dass bei einem Termin in der Schilddrüsenambulanz alle nötigen Fächer hinzugezogen werden – dazu gehört die präoperative Abklärung mit der Nuklearmedizin, die HNO-Begutachtung, die Anästhesie-Vorstellung sowie natürlich die OP-Terminvereinbarung“, erklärt Prim. Priv.-Doz. Dr. Christoph Ausch, Leiter der Chirurgie an den Krankenhäusern Steyr und Kirchdorf und ergänzt: „Nur bei wenigen Patientinnen und Patienten ist ein chirurgischer Eingriff nötig. Am Institut für Nuklearmedizin im LKH Steyr werden jährlich insgesamt an die 7.500 Schilddrüsen-Patient/-innen behandelt bzw. 100 Schilddrüsen-Operationen an der Chirurgie durchgeführt.

Schlüsselrolle der Nuklearmedizin
Eine besondere Rolle spielt demnach das Institut für Nuklearmedizin. Neben der Diagnostik findet hier die konservative Therapie statt. Ist die Art der Schilddrüsen-Erkrankung geklärt, werden meist Hormonpräparate und Tabletten verabreicht, um wieder eine normale Schilddrüsen-Funktion herzustellen. Auch die Radiojodtherapie zum Ausschalten sogenannter heißer Knoten – also jene, die zu viel SD-Hormon produzieren – finden bei uns statt“, erklärt Prim. Priv.-Doz. DDr. Robert Pichler, Leiter des Institutes für Nuklearmedizin am LKH Steyr.

Begeisterte Resonanz
Eine Patientin war Alexandra-Alexandrea Naghi. Sie haderte lange mit einer OP, obwohl der Knoten im Hals immer größer wurde und das Schlucken erschwerte. Nach dem Eingriff bereut sie, nicht früher in die Schilddrüsenambulanz gekommen zu sein. „Ich hatte Angst vor der Operation und vor allem, dass das ein bösartiger Knoten sein könnte. Gott sei Dank war er gutartig und es ist alles gut ausgegangen“, so Naghi. „Wenn ich gewusst hätte, dass das alles so problemlos läuft und ich hier so gut betreut bin, hätte ich das schon viel früher machen lassen.“

„Besonders positive Resonanz bekommen wir von unseren Patientinnen und Patienten wegen der durchgängigen Betreuung durch eine(n) einzige(n) Ansprechpartner/in von der ersten ambulanten Begutachtung bis zur Nachbegutachtung“, freut sich Schilddrüsenspezialistin OÄ Dr.in Barbara Auinger und ergänzt „Das schafft Vertrauen und trägt zudem zur Qualitätssicherung bei.“

Foto (c) gespag
Bild1: Prim. Priv.-Doz. Dr. Christoph Ausch, Leiter der Chirurgie am LKH Steyr.


Bild2: Prim. Priv.-Doz. DDr. Robert Pichler, Leiter des Institutes für Nuklearmedizin am LKH Steyr.


Bild4: Patientin Alexandra-Alexandrea Naghi freut sich über den positiven Verlauf ihrer Operation.