STEYR. Aufgrund der aktuellen Schutzmaßnahmen vor COVID-19 musste die SPÖ ihre Kundgebung am Museums-Vorplatz absagen. Ein Alternativprogramm anlässlich 130 Jahre 1.Mai gab es dennoch. Abgeordneter Markus Vogl unterstreicht dabei die Forderung nach einer Arbeitszeitverkürzung ...

„Wenn eines in der aktuellen Krise deutlich wird, dann dass ein starker Sozialstaat überlebensnotwendig ist“, so der Steyrer SP-Vorsitzende und Nationalratsabgeordnete Markus Vogl am 1. Mai. „Nur ein gut funktionierendes soziales Netz kann die Menschen in schweren Zeiten auffangen und ihnen Hoffnung und Perspektiven bieten.“

Als Symbol für das soziale Auffangnetz spannte die SPÖ Steyr als Alternative zur üblichen Mai-Kundgebung – selbstverständlich unter allen erforderlichen Schutzmaßnahmen - Netze und Transparente am Vorplatz der Casinosäle. „Wir haben es unserem gut ausgebauten Gesundheitssystem zu verdanken, dass wir die Krise erfolgreich gemeistert haben. Ein Blick nach Großbritannien und in die USA zeigt, was geschieht, wenn Eigenverantwortung über die Gemeinschaft gestellt wird“, sagt Markus Vogl weiter. Die Sozialdemokratie wird auch in Zukunft nicht lockerlassen und gegen Kräfte in Österreich ankämpfen, die das Gesundheitssystem lieber in privaten Händen sehen.

Nächster Schritt: Arbeit schaffen
„Ein starker Sozialstaat fängt die Menschen nicht nur auf, sondern er gibt ihnen auch Zukunftsperspektiven. Deshalb ist es wichtig, dass wir die vielen Arbeitslosen schnell wieder in Beschäftigung bringen“, betont der Steyrer SP-Bezirksvorsitzende. Dies sei unter anderem mit einer besseren Verteilung von Arbeit möglich. „Bereits vor 130 Jahren hat die Sozialdemokratie für das 8-8-8-Modell gekämpft. Angesichts des technologischen Fortschrittes und der fehlenden Arbeitsplätze ist es nun höchste Zeit für Veränderung. Und zwar in Form eines 6-8-10-Modells.“ Sechs Stunden gute Arbeit, acht Stunden sorgenloser Schlaf, und zehn Stunden selbstbestimmte Freizeit.

Viele positive Rückmeldungen zum diesjährigen Alternativpragramm
Nach der Präsentation des „roten Netzes“ ging es mit einem festlich geschmückten, roten Bus hinaus in die Steyrer Stadtteile. Als Alternative zum normalerweise üblichen Weckruf wurde der Bus und ein Begleitfahrzeug der SPÖ Ennsleite mit Musikboxen ausgestattet. Im Schritttempo wurden - begleitet von Stücken der Steyrer Stadtkapelle – die Straßenzüge aller größeren Stadtteile abgefahren. „Die Stimmung in den Stadtteilen war überwältigend! Entlang unserer Route wurden wir von vielen Steyrerinnen und Steyrern beklatscht und gefilmt. Im Münichholz wurde sogar eine Fahne für uns aus dem Fenster geschwenkt“, erzählt der Steyrer SP-Bezirksgeschäftsführer Georg Stimeder, der selbst am Steuer des Busses saß. Und auch nach dem etwas anderen Weckruf gibt es für die SPÖ erfreuliche Nachrichten. „Immer wieder rufen seither BürgerInnen in der Geschäftsstelle an, weil ihnen die Idee so gut gefallen hat“, freut sich Stimeder.

Abschließend wurde dem „Stahlarbeiter“ am Vorplatz des Museum Arbeitswelt ein rotes Seil in die Hand gelegt. Dieses soll den roten Faden verbildlichen, der sich durch 130 Jahre Kampf für Gerechtigkeit, Freiheit und ArbeitnehmerInnenrechte zieht. „Als Sozialdemokraten waren wir in den vergangenen 130 Jahren immer für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer da – und daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern! Vor allem in Krisenzeiten braucht es jetzt unsere Antworten“, so Markus Vogl.