STEYR/STEYR-LAND. Die Jugendarbeitslosigkeit befindet sich seit vier Monaten auf einem dramatisch hohen Niveau. „Die Bundesregierung und die oberösterreichische Landesregierung haben bisher wenig wirksame Maßnahmen gesetzt ...

Das ist unverantwortlich!“, ärgert sich AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer und wiederholt seine Forderung nach einem Jugendrettungspaket noch vor dem Herbst.

Denn selbst beim sogenannten Konjunkturpaket der Regierung in der Höhe von 19 Milliarden Euro war keine einzige spezifische Maßnahme für junge Menschen dabei. Offensichtlich hat das Bekämpfen der Jugendarbeitslosigkeit in der Politik keine Priorität. In Oberösterreich wurde zwar ein „Arbeitsmarktdialog“ eingeleitet, aber auch dabei wird gezögert und auf die Bundespolitik verwiesen.

Im Juni waren in Österreich über 75.000 junge Menschen entweder arbeitslos, in Schulung oder auf Lehrstellensuche. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich damit die Zahl der arbeitssuchenden Jugendlichen um mehr als 18.500 bzw. um ein Drittel (32,8 Prozent) erhöht. Historisch gesehen ist das ein absoluter Höchstwert! Allein in Oberösterreich waren im Juni fast 10.000 junge Menschen entweder arbeitslos (5.887), in Schulung (3.257) oder auf Lehrstellensuche (656). Ein Anstieg um rund 2.300 junge Menschen bzw. rund einem Drittel (31 Prozent) im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Im Bezirk Steyr waren insgesamt 858 junge Menschen auf Arbeitsuche: davon 486 arbeitslos, 328 in Schulung bzw. 44 auf Lehrstellensuche. Das entspricht einem Anstieg von 28 Prozent. Der Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit im Bezirk Steyr liegt damit knapp unter dem Oberösterreich-Durchschnitt von 31 Prozent.

AK-Präsident Kalliauer appelliert nochmals an die Bundesregierung und an die oberösterreichische Landesregierung, das Thema Jugendarbeitslosigkeit ernster zu nehmen und noch vor dem Herbst ein Jugendrettungspaket umzusetzen. Vor allem in der überbetrieblichen Lehrausbildung besteht akuter Handlungsbedarf: das Angebot an Ausbildungsplätzen muss noch vor dem Herbst verdoppelt werden. Auch die Produktionsschulen müssen rasch erweitert und qualitativ aufgerüstet werden, um wieder Ausbildungsinhalte vermitteln zu können. Zudem gilt es, die Kapazitäten für die schulische Ausbildung auszuweiten. „In Österreich und insbesondere in Oberösterreich, haben wir das Wissen, die Strukturen und die finanziellen Möglichkeiten, Jugendarbeitslosigkeit effizient zu bekämpfen. Ein Nicht-Handeln der Politik wird uns gesellschaftlich und wirtschaftlich sehr teuer kommen und noch lange negativ nachwirken“, warnt Kalliauer.

Grafik unten: Anstieg der Anzahl von Arbeitsuchenden unter 25 Jahre (inklusive Schulungen und Lehrstellensuchenden) in Prozent; Quelle: AMS, AK OÖ.