STEYR. „Mir wird angst und bange, wenn ich an ein Blackout oder andere noch gefährlichere Notfallsituationen denke“, so ÖVP-Fraktionsvorsitzender Markus Spöck über die derzeitige Informationspolitik der Stadt über das verunreinigte Wasser ...

„Die Kommunikation hat beim kontaminierten Wasser schon vollkommen versagt“, so ÖVP-Obfrau Judith Ringer weiter, „denn die Steyrer Bevölkerung weiß bis heute nicht, ob sie nun betroffen ist oder nicht“.

5 Tage ist es nun her, dass letzten Freitag zuerst in sozialen Medien und dann über Print-, Radio- und Fernsehmedien über eine Verunreinigung des Steyrer Wassers gesprochen und dann gewarnt wurde. Eine unmittelbare direkte Information der Bevölkerung erfolgte nicht.

„Warum wurde die betroffene Steyrer Stadtbevölkerung nicht umgehend bereits am Freitag mit Lautsprecherdurchsagen von städtischen Fahrzeugen aus gewarnt? Warum hat man nicht die Feuerwehr oder Polizei um Unterstützung bei Durchsagen ersucht? Warum werden nicht zusätzliche Möglichkeiten wie das Zivilschutz-SMS genutzt? Warum kam der Steyrer Bürgermeister seiner Aufsichtspflicht nicht nach?“, fragen Spöck und Ringer. Fragen über Fragen, die bis heute scheinbar nicht einmal angedacht wurden. Für Fälle einer Trinkwasserverunreinigung gibt es auch eine Handlungsanleitung des Landes OÖ, die eine lückenlose und nachweisliche Verständigung aller Wasserabnehmer binnen 24 Stunden sicherstellen sollte.

„Man könnte annehmen, dass 24 oder 48 Stunden später, also Samstag oder Sonntag, das Gebiet mit sofortigen flächendeckenden Tests genau eingeschränkt wurde“, so die beiden. Nein, auch am Dienstag gibt es von den Stadtbetrieben und der Stadt nur eine Landkarte mit einer „roten Zone“, also 2/3 der Stadt sind weiterhin Gefahrengebiet.

Der Bürgermeister bat gestern um Geduld, die die Bevölkerung nicht mehr hat. Vor allem die älteren Mitmenschen und Familien mit Kindern sind besorgt. So stellt sich für die Steyrer ÖVP die Frage, „Wie sicher ist eigentlich unser Wasser in Steyr? Da das Stadtgebiet von mehreren Quellen gespeist wird und offenbar im städtischen Leitungsnetz ein Problem aufgetreten ist, sollte ja eigentlich ein Notfallplan das kontaminierte Leitungsnetz umgehend absperren und die anderen Quellen die Versorgung garantieren.“ Das absolute Gegenteil ist der Fall. Bis heute werden 2/3 der Stadt weiterhin als Gefahrenbereich eingestuft, keine Freigaben von möglicherweise nicht kontaminierten Stadtteilen wie etwa Tabor, Resthof oder Gleink.

„Die Verunsicherung der Bevölkerung ist groß, die Steyrerinnen und Steyrer werden einfach im Stich gelassen“, sind Spöck und Ringer verärgert, „wir werden daher eine umgehende Untersuchung des Vorfalls beantragen.“