STEYR. Viele Unternehmerinnen und Unternehmer mussten aufgrund des von der Bundesregierung verhängten Lockdowns Maßnahmen setzen, um ihr Unternehmen und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schützen. Auch Monika Leitner, Inhaberin des Friseursalons „Friseure mit Herz“ auf der Ennsleite, ...

war gezwungen, ihr gesamtes Team zu kündigen – mit der Garantie auf Wiedereinstellung.

Die Nachricht über den ersten Lockdown und die damit verbundene Schließung kam sehr überraschend. Innerhalb kürzester Zeit musste gehandelt werden. Bereits bestehende Termine von Kunden wurden entweder noch abgearbeitet oder bereits auf die Zeit nach dem Lockdown verschoben.

„Der nächste Schritt war es, meinen Steuerberater zu kontaktieren, wie es nun mit dem Personal weitergehen sollte. Kündigen wollte ich niemanden, da die Zeit ja mit Kurzarbeit überbrückt werden sollte. Gott sei Dank hat mich mein Steuerberater aber überzeugt, dass Kündigung mit Wiedereinstellungsschein die beste Option wäre, da zu diesem Zeitpunkt noch keiner erklären konnte, welche Kosten da noch auf uns zurollen und wer diese übernehmen würde. Das alles passierte natürlich nicht ohne schlechtes Gewissen meiner Mitarbeiter gegenüber“, so Leitner. Unterstützung seitens des Staates für ihr Unternehmen erhielt sie letztendlich keine, da die Bedingungen für den Hilfsfond aus diversen Gründen nicht erfüllt werden konnten: „Der Hilfsfond kam bei mir nicht zustande, da ich eine Zweitwohnung habe, die man vermieten hätte können, obwohl ja ohnehin alles geschlossen hatte.“

Auch nach dem Ende des ersten Lockdowns mussten neue Maßnahmen gesetzt werden. Alles in allem lief das Geschäft wie gewohnt weiter und die verschobenen Termine aus dem ersten Lockdown konnten nachgeholt werden. Das Team von „Friseure mit Herz“ entschied sich allerdings für eine Aufteilung der Mitarbeiterinnen in zwei Gruppen, um längere Öffnungszeiten gewähren und eine großflächige Ansteckung untereinander vermeiden zu können, sollte jemand infiziert sein.

Als dann der zweite Lockdown vor der Tür stand, konnte man sich bereits im Vorhinein besser darauf vorbereiten. Immerhin wurde lange genug darüber geredet. „Die Weihnachtsfeiern fallen im Dezember weg, da alles storniert worden ist. Im Jänner und Februar sind alle Ballveranstaltungen abgesagt worden, was immerhin zu unseren Hauptgeschäften gehört. Die Wareneinkäufe habe ich deshalb auch schon mit Mitte Oktober minimiert, da sonst viel Geld in der Ruhezeit umherstehen würde“, erzählt Frau Leitner. Sie meldete aufgrund der weniger gewordenen Arbeit und dem geplanten zweiten Lockdown für ihre Mitarbeiterinnen ab dem 2. November die Kurzarbeit an.

Generell empfindet Frau Leitner den zweiten Lockdown und die damit einhergehenden Schließungen der Friseurläden und anderer kosmetischer Dienstleister als gerechtfertigt, allerdings als zu spät angesetzt. Durch die Schließungen wird immerhin der Wettbewerb aufrechterhalten, da für alle Salons die gleichen Regeln gelten. Weiters besteht die Gefahr der Quarantäne für alle Mitarbeiterinnen nicht, sollte sich jemand anstecken.

Im Großen und Ganzen war dieses Jahr kein leichtes für Frau Leitner, ihr Team und natürlich auch viele andere Friseursalons. Allerdings stehen Zusammenhalt, Unterstützung und eine gesunde Portion Optimismus bei „Friseure mit Herz“ an oberster Stelle und sind sicher ausschlaggebend dafür, diese schwierige Phase einigermaßen gut überstehen zu können. „Gelernt habe ich, dass es mit einem Lachen im Gesicht immer irgendwie weitergeht und dass mein Team immer hinter mir steht. Mit Zusammenhalt ist alles zu bewältigen!“

Melanie Gelsinger für e-steyr.com