STEYR. Die Steyrer ÖGB-Frauen weisen auf gravierende Probleme durch das neue Arbeitszeitgesetz hin. Die Kinderbetreuung nicht auf 12-Stunden-Tag ausgerichtet ...

Bittere Geschenke zum Schulstart hat die Bundesregierung an die Eltern verteilt. Denn erst vor wenigen Tagen ist das neue Arbeitszeitgesetz in Kraft getreten, das sowohl den 12-Stunden-Arbeitstag als auch die 60-Stunden-Woche ermöglicht.

Gesellschaftspolitischer Rückschritt
Frauen seien ganz besonders Leidtragende bei der Ausweitung der Arbeitszeiten. „Wenn es für Frauen schwieriger wird, einen Vollzeitjob anzunehmen, bedeutet das einen deutlichen gesellschaftspolitischen Rückschritt und einen Angriff auf die Selbstbestimmung der Frauen“, warnt Bichler und ergänzt weiters „schlussendlich bekommen dann vor allem Frauen, in der Pension, die Rechnung präsentiert“. Neben der Ausweitung von Kinderbetreuungsangeboten und Verbesserung der Rahmenbedingungen fordern die ÖGB-Frauen auch eine Verkürzung der Arbeitszeit auf 35 Stunden und volle Anrechnung der Elternkarenz auf die Dienstzeiten. Darüber hinaus soll so rasch wie möglich das kollektivvertragliche Mindesteinkommen in allen Branchen auf 1700 Euro brutto gehoben werden.

Bei Aktionen in der Stadt und rund um die Schulen haben die ÖGB-Frauen kleine Geschenke, in Form von Radiergummis, an die Kinder und Informationsflyer an die Eltern verteilt. „Die Aktion wurde sehr positiv aufgenommen und wir haben viele interessante Gespräche geführt. Zahlreiche Eltern sind verunsichert und wissen nicht, wie sie Familie und Job bei längeren Arbeitszeiten unter einen Hut bringen sollen“, sagt Bichler.