STEYR. In der aktuellen Gemeinderatssitzung beschlossen SPÖ, FPÖ und ÖVP ein Alkoholverbot für den Stadtplatz. 50.000 Euro Steuergeld nehmen die drei Stadtparteien dafür in die Hand. „Um eine unerwünschte Personengruppe zu vertreiben, erlassen die großen Altparteien ein Verbot für die ganze Stadtbevölkerung ...

Da fehlt jede Treffsicherheit” kritisiert NEOS Sozialsprecherin Katharina Oberholzer. Besonders pikant: Um das Verbot durchzuboxen, installieren SPÖ, FPÖ und ÖVP eine Steyrer Männerwache. Frauen werden von dieser städtischen Wachtruppe vertraglich ausgeschlossen.

Auszug aus dem Vertrag: Pkt. 4.2. "Die Überwachung erfolgt durch jeweils zwei männliche Mitarbeiter pro sechsstündigem
Intervall."

Um eine unerwünschte Gruppe vom Stadtplatz zu vertreiben, greift die Mehrheit der Stadtregierung zu einem Alkoholverbot für alle Steyrerinnen und Steyrer. Selbst das bloße Tragen alkoholischer Getränke kann einem Stadtplatzbesucher mehrere hunderte Euro Bußgeld oder eine Freiheitsstrafe einbringen.

“Hier werden nur Symptome bekämpft, man macht es sich leicht. Im Endeffekt sitzt die auffällige Gruppe 50 Meter weiter. Am Problem ändert sich gar nichts” ärgert sich Oberholzer. Vom gastronomischen Angebot eines Vino to Go sollten die Steyrerinnen und Steyrer künftig jedenfalls besser Abstand nehmen. „Eine fragwürdige Maßnahme um die Gastronomie nach dem Lockdown anzukurbeln”, meint die pinke Sprecherin.

“Es ist nicht einmal ansatzweise nachvollziehbar warum Frauen diese Arbeit nicht ausüben können sollten. Hier werden von der SPÖ-geführten Stadtregierung völlig offen und mit Nachdruck Frauen diskriminiert. Dieser Vertragspassus gehört sofort gestrichen”, fordert NEOS Politikerin Oberholzer. “Seien wir uns ehrlich: Die verantwortlichen Stadtpolitiker leben offenbar immer noch in einem Weltbild, in dem eine Frau keine überwachende Tätigkeit ausüben kann. Das ist, abgesehen von realitätsfern, auch blanke Diskriminierung und kann so nicht stehen gelassen werden” schließt Oberholzer.